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Software-definiertes Data Center (SDDC)

Agilität beginnt im Rechenzentrum

Zwei von drei CEOs bezeichnen Agilität als neue Währung im Business. Die technologischen Voraussetzungen dafür schaffen IT-Entscheider mit einem Software-definierten Data Center (SDDC). Möglich wird das durch eine Abstraktionsschicht über den einzelnen, teils virtualisierten Komponenten.

Agilität ist die neue Währung im Business. Diesen Satz unterschreiben 67 Prozent der 1.300 CEOs, die der Wirtschaftsprüfer KPMG für seinen „CEO Outlook 2019“ befragt hat. Für IT-Entscheider heißt das: Agilität beginnt im Data Center. IT-Chefs müssen ein Rechenzentrum schaffen, das die geforderte Flexibilität ermöglicht. Die Formel dafür verbirgt sich hinter dem Kürzel SDDC: Software-definiertes Data Center. Michael Wappler, Client Solutions Executive Data Center bei Logicalis, begründet diese These.

„SDDC ist kein Stück Blech, das man kaufen kann“, erklärt Wappler. „SDDC beschreibt ein Konzept, das vorsieht, über die einzelnen, teilweise virtualisierten Bestandteile eines Data Centers eine Abstraktionsschicht zu legen, die die gesamte Infrastruktur steuert, kontrolliert, provisioniert und automatisiert.“ Die Module eines SDDC bestehen damit aus Software-definiertem Compute (SDC), Software-definiertem Storage (SDS) und Software definiertem Netzwerk (SDN).

Das Trio Server, Netzwerk und Storage rückt zusammen

Traditionell existieren das Trio Server, Netzwerk und Storage sowie der Hypervisor (Virtual-Machine-Monitor) nebeneinander. Eine konvergente Infrastruktur führt Server, Netzwerk und Storage zusammen. Eine hyperkonvergente Infrastruktur bindet auch den Hypervisor als zentralen Einstiegspunkt in das Management der kompletten Infrastruktur mit ein.

Noch sind Unternehmen mit einer komplett Hyper Converged Infrastructure (HCI) die Ausnahme. „Der Großteil der IT-Entscheider fragt sich: wie muss mein Data Center aussehen, um on premise und neue disruptive Geschäftsmodelle abzubilden“, beobachtet Wappler in der Praxis. Seine Kunden müssen auch on premise „auf ein Niveau ziehen, das hybride Welten möglich macht“.

Erst Software-definierte Module im RZ ermöglichen Automatisierung. Wie die IDC-Studie „Next Generation Data Center in Deutschland 2018“ zeigt, wollen 18 Prozent der IT-Chefs Automatisierung, Orchestrierung und Rechenzentrums-Management verbessern. Dreizehn Prozent wollen die Connectivity optimieren, ebenso viele hybride Clouds einführen, um Workloads nahtlos verschieben zu können.

In einem Rückblick auf die Entwicklung der Automation beziffert Wappler den Zeitpunkt, ab dem sich die Virtualisierung von Servern etablierte, auf das Jahr 1999. Ab 2003 bauten Unternehmen die ersten manuellen Workflows auf. 2007 führten sie Skripting & Orchestration ein, Stichwort VMware. Seit 2015 bieten Tools wie bspw. VMware vRealize oder Turbonomic selbstverwaltende Automatisierung.

Es geht nicht nur um Infrastruktur, sondern um Application-getriebene Szenarien

„Wir sprechen nicht nur über die Infrastruktur, sondern über Application-getriebene Szenarien“, sagt Wappler. Die CIOs haben verstanden, dass sie agil auf Veränderungen am Markt reagieren müssen. Für die Entwicklung zum datengetriebenen Unternehmen brauchen sie einen hybriden Layer. „Ich brauche Konnektoren zu Hyperscalern, die mir meine Daten berechnen und zurückspielen“, erklärt Wappler. „Ich brauche die Daten da, wo sie am besten aufgehoben sind.“ Logicalis arbeitet als Platinum Partner mit Dell EMC zusammen.

Use Cases liegen in Re-Design und Optimierung eines Data Centers, in der Migration in die Cloud – hier können die angesprochenen Automatisierungstools bei der Entscheidung helfen, welche Workloads zu verschieben sind und was das gegebenenfalls kosten würde – sowie in der Optimierung in der Cloud. „Ein klassisches Opex-Thema“, kommentiert Wappler. Grenzen von Hyper Converged Infrastructures sieht er bei harten, großen SAP Hana-Landschaften. „Hier bleiben wir lieber bei klassischen Strukturen“, zeigt sich der Experte überzeugt.

Die Vorteile eines SDDC sieht Wappler zunächst in höherer Effizienz – ein Punkt, den laut IDC 37 Prozent der Entscheider priorisieren. Außerdem geht es um verbessertes Kapazitätsmanagement und höhere Netzwerk- beziehungsweise Ausfallsicherheit. Darüber hinaus reduziert ein SDDC die Abhängigkeit vom Hersteller.

Vor allem ermöglicht das SDDC einfache, horizontale Skalierung, bietet Cloud-ähnliche Service-Modelle und bereitet den Weg zu einer Hybrid-Cloud-Infrastruktur. Genau das ist die technologische Voraussetzung für die Agilität eines Unternehmens. Und damit für die neue Währung im Business, wie zwei von drei CEOs sagen.

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