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Dell Technologies World 2019

Die Technik hinter Dells Data-Center-Vision

Michael Dell will in den Cloud-Markt einsteigen. Dies und zahlreiche technologische Neuerungen nimmt der Logicalis-Experte Peter Hoops von der Dell Technologies World 2019 mit.

„Wir bieten eine operative Plattform für hybride Cloud-Umgebungen, auf Basis der Integration von VMware Cloud Foundation und Dell-EMC-Infrastrukturen und können so die TOC (Total Cost of Ownership) im Vergleich zur nativen Public Cloud um bis zu 50 Prozent senken“, versprach Dell-Firmenchef Michael Dell gleich am ersten Tag der Technologies World 2019. Die Dell Technologies Cloud Plattform soll Unternehmensangaben zufolge sofort nutzbar sein und ein Cloud Data Center nach dem As-a-Service-Modell bieten.

Diese Ankündigung hat Peter Hoops überrascht. Seit fast zwanzig Jahren berät der Senior Presales Consultant bei Logicalis Kunden in Sachen Data Center. Er kennt den Markt – und doch verblüffte ihn Michael Dell mit der Vorstellung seiner „Dell Technologies Cloud“. Wie der Markt Dells Cloud annehmen wird, und ob sie den Verdrängungswettbewerb befeuert, das muss sich erst noch zeigen. Sicher ist aber: die Cloud war eines der beherrschenden Themen auf der Veranstaltung in Las Vegas. Deren Fazit lässt sich, vereinfacht gesagt, so zusammenfassen: das Rechenzentrum der Zukunft wird effizienter und deren Daten durch die Cloud für Kunden weltweit verfügbar.

Skalierbarkeit und Self Services in puncto Data Protection

Hoops, der sich auch als Lösungsdesigner für Data Center versteht, hat sich bei seinem Streifzug über die Messe auf Dells Innovationen in Sachen Rechenzentren konzentriert. Ihm sind einige richtungsweisende Entwicklungen aufgefallen:

1. Data Protection Suite (DPS): Dell präsentiert ein Update der neuen Management GUI (Graphical User Interface) für deren Data Protection Software „Networker“ in der HTML5-Version, samt zahlreicher weiterer Management Funktionen aus der bestehenden javabasierten Konsole. Dies folgt der Dell-EMC-Prämisse, von Abhängigkeiten wie Flash und Java wegzukommen. Zusätzliche Funktionalitäten für die Sicherung in die Cloud sind aufgenommen worden sowie weitere kundenorientierte Lizenzierungsmodelle (Pay-as-You-Grow).

2. PowerProtect – Next Generation Data Protection: Die neue Generation der Datamanagement-Plattform auf Basis neuer Hardware und Software nennt sich PowerProtect. Dieses Produkt wurde parallel zu den bestehenden Data Protection Lösungen komplett neu entwickelt und ist nach Größe wie auch nach Performance skalierbar. Das heißt in Zahlen: Scale-up mit einer Kapazitätserweiterung für Wachstum ab 64 TB in 16 TB-Schritten und Scale-out mit weiteren Hardware Nodes vom Typ X400F (all flash-Variante) - oder X400H- (hybrid aus Flash Disks und drehenden Spindeln).

Der Anwender kann die Daten durch eine integrierte Deduplizierung für Data Protection, Replikation und Wiederverwendung auf das Notwendigste beschränken. Für den Dateneigentümer stehen Self-Services bereit. Folgende Workloads werden mit Start des Produkts unterstützt: Oracle, Microsoft SQL und VMware sowie Windows-und Linux-Dateisysteme.

3. Erweiterungen bei der IDPA DP4400: Die Produktbezeichnung steht für „Integrated Data Protection Appliance“, eine Produktreihe für fertige Backup Lösungen, die nun mit dem Produkt DP 4400 8-24 nach unten abgerundet und ergänzt wurde. Diese neue Kapazitäts-Variante bei der IDPA DP4400 macht den Einstieg für Kunden mit wenig zu schützenden Daten leichter: Start mit 8 TB, Erweiterungen sind in 4 TB-Schritten bis 24 TB möglich.

Ein Novum im Storage

4. Dell EMC Unity XT Series: Im Midrange-Storage-Bereich gibt es mit Unity XT Hybrid 380, 480, 680 und 880 sowie Unity XT All Flash 380F, 480F, 680F und 880F eine neue Hardware-Plattform. Diese Modelle ermöglichen eine Verdopplung der Performance sowie einen maximalen Diskpool von bis zu 1.500 Disks. Durch Release Updates der Firmware lassen sich weitere Wege in die Cloud nutzen, das bedeutet für den Anwender absolute Flexibilität im eigenen Rechenzentrum wie auch die Anbindung zur Cloud beziehungsweise aus der Cloud (z.B. Storage-as-a-Service).

Die Systeme sind vorbereitet für die Anwendung moderner Laufwerke mit NVMe Schnittstellen (Non-Volatile Memory express), das Flash-Speicher direkt über PCI express verbindet. „Das ist im Midrange Storage ein Novum“, erläutert Hoops. „Diese Unity-Maschinen können sich je nach Konfiguration mit ihrer Performance, in Teilbereichen mit high-end Enterprise-Produkten messen”, kommentiert der Consultant.

5. Funktionserweiterungen bei PowerMax: Intel Optane SCM RAM Bausteine (Storage Class Memory) steigern weiter die Performance. Neu sind Funktionserweiterungen wie DELL EMC Cloud Storage Services und CloudIQ-Erweiterungen. DevOps-Tools vereinfachen die Automation.

Hadoop für Big Data und Analytics

6. Isilon OneFS 8.2 und H5600: Isilon ist ein Big Data-Speicher, der verschiedenste Protokolle unterstützt und auf der Maschine Hadoop-Prozesse laufen lassen kann. Das eröffnet schnellere Analyse-Möglichkeiten. Dell EMC bietet jetzt die Isilon Firmware OneFS 8.2 und neue H5600 Speicher Nodes an. Nach einer Verdoppelung der Nodes im Cluster werden Größenordnungen von bis zu 252 Nodes erreicht. Neue Sicherheitsfunktionen verringern das Risiko und die Komponenten lassen sich in die Cloud integrieren. „Rechenzentren werden also kleiner, verbrauchen nicht mehr so viel Strom und benötigen weniger Kühlung. Das senkt natürlich auch Kosten“, fasst Hoops zusammen.

7. VxRail im Kontext der Dell Technologies Cloud-Plattform: VxRail Datacenter ist über die Cloud-as-a-Service verfügbar. Die Infrastruktur-Anwendung ist künftig über die Dell Technologies Cloud-Plattform nutzbar. Damit kann der Anwender hyperkonvergente Infrastrukturen mieten und die kompletten Funktionalitäten einer VMWare-Umgebung nutzen, die er eben nicht lokal betreibt, sondern aus der Cloud bezieht.

8. VxFlex (bisher bekannt als Scale-IO): Die Produktfamilie wird durch eine Hardware Appliance ergänzt. Neu sind VxFlex Appliance und VxFlex Ready Nodes.

Höher, schneller, Dell Technologies Cloud

9. Neuer PowerEdge R840 4-CPU Sockel Server: Die PE R840-Serie wird um eine Variante mit vier CPUs erweitert.

10. Dell EMC Networking Switching Portfolio: Hier erweitert Dell seine Angebote um neue Open Networking Data Center Switche. Mit PowerSwitch S5212F-ON und S5224F-ON sind die ersten Industrie-Switche mit 12 x 25GbE Ports und 24 x 25GbE Ports auf dem Markt.

11. Neue Partnerschaft mit Microsoft: Microsoft unterstützt VMware-Lösungen in der Azure Cloud, für den Anwender bedeutet das mehr Wahlmöglichkeiten und Flexibilität. Auf der anderen Seite unterstützt VMware mit dem Produkt Workspace ONE typische Microsoft Anwendungen wie beispielsweise Office365.

Von der internen Spielwiese frisch auf den Markt

Fazit von Hoops‘ Messebesuch: „Dell Technologies entwickelt sein Portfolio marktgerecht weiter, das Unternehmen eröffnet neue Wege in die Cloud. Mit dem neuen Produkt Power Protect will Dell neuen Kundenanforderungen nach möglichst einfacher Bedienung mit geringem Aufwand in der Administration, beim Datenschutz und -Management nachkommen. Es ist schon mutig, parallel zu bestehenden Produkten eingefahrene Wege zu verlassen und ein komplett neues Produkt auf den Markt zu bringen“, ergänzt Hoops.

Und auch, wenn Michael Dell nicht über das Charisma eines Steve Ballmer verfügt, ließ er die 15.000 Fachbesucher auf der Technologies World 2019 zumindest aufhorchen. Sein Weckruf wurde gehört – ob er Dells Kassen klingeln lässt, wird sich zeigen.

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