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Hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI)

Wie CIOs mit HCI die Karriere pushen

Die aktuellen Forderungen nach Agilität und Kundennähe basieren technisch auf hyperkonvergenten Infrastrukturen (HCI). IT-Entscheider haben jetzt die Chance, das Unternehmen voranzubringen – und ihre Karriere. Frank Nobbe von Logicalis und Eugen Schmitt von DellEMC erläutern, welche Punkte dabei zu beachten sind.

Mehr als 10.000 Endverbraucher haben sich bereits durch den neuen Online-Shop geklickt, berichtet der Chief Marketing Officer stolz. Viele davon mit positiven Äußerungen. Positiv reagiert auch der CEO auf die Präsentation des Marketing-Chefs. Nach der technologischen Grundlage für den Erfolg der Social Media-Kampagne fragt er allerdings nicht. An dieser Stelle übernimmt der CIO und nutzt die Gelegenheit, um Werbung in eigener Sache zu machen - kaum ein Thema eignet sich dafür so gut wie hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI). Für diese Haltung plädieren jedenfalls Frank Nobbe, Director Partner Management bei Logicalis, und Eugen Schmitt, Director System Engineering Partner PreSales bei DellEMC.

Denn: Wie stark die Informationstechnologie wegen der Digitalisierung in den Fokus rückt, zeigt sich an der regen Diskussion um Agilität - agile Methoden kommen ursprünglich aus der Softwareentwicklung. Kürzere Time-to-Market, näher dran sein am Kunden, Marktveränderungen schneller verstehen, das sind Ziele, die letztlich auf hyperkonvergenten Infrastrukturen basieren. Diese führen Server, Storage und Netzwerk in einer Appliance zusammen. Damit verringern sie die Komplexität des traditionellen Rechenzentrums. Umgekehrt ausgedrückt: die Flexibilität steigt, IT-Services sind schneller und dynamischer verfügbar.

"Unsere Kunden steigen beispielsweise dann in HCI ein, wenn in einer Außenstelle IT neu beschafft werden muss", so die Erfahrung von Nobbe. "Weitere Szenarien sind das Vermeiden von Schatten-IT, die Virtualisierung der Desktops oder das Auftauchen neuer Workloads." Stichwort für Letzteres ist die steigende Nutzung von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen.

Prozesse, Organisation, Infrastruktur und Finanzen auf der CIO-Agenda

Nach Zahlen des Marktforschers IDC legte die Sparte Converged Systems (bestehend aus integrierter Infrastruktur, integrierten Plattformen und hyperkonvergenten Systemen) 2018 gegenüber dem Vorjahr denn auch um knapp 15 Prozent zu. Um sicherzustellen, dass HCI in der Praxis auch den gewünschten Erfolg bringt, benennen Nobbe und Schmitt vier Punkte, die CIOs bei der Umsetzung von HCI beachten sollten, nämlich Prozesse, Organisation, Infrastruktur und Finanzen. Das heißt konkret:

1. Prozesse müssen umgestellt werden: Wer in der IT bisher nur für Server, nur für Storage oder nur für das Netzwerk zuständig war, muss sich umgewöhnen. Nobbe skizziert das bildhaft: "Es ist etwas anderes, ob ich ein Auto zusammenbaue, oder, ob ich eines kaufe." Bei hyperkonvergenten Infrastrukturen erstellt die IT beispielsweise einen Service-Katalog. Interne Anwender nutzen Self-Services und müssen dafür gegebenenfalls geschult werden. Insgesamt geht es stärker um Wiederverwendbarkeit.

Prozesse, Organisation, Infrastruktur und Finanzen - diese vier Punkte sollten bei der Umsetzung von HCI auf der CIO-Agenda stehen.
Prozesse, Organisation, Infrastruktur und Finanzen - diese vier Punkte sollten bei der Umsetzung von HCI auf der CIO-Agenda stehen.
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2. Die IT-Organisation wird anders aussehen: Mit dem Wegfall von Servern, Storage und Netzwerk als getrennten Dimensionen geben die Mitarbeiter auch ihr jeweiliges Experten-Dasein für diese Bereiche auf. Das darf nicht zu einem Gefühl von Statusverlust führen. CIOs müssen ihre Mitarbeiter von der Rolle eines Technikers in die eines strategischen Beraters führen. "Den Mitarbeitern wird nur scheinbar etwas weggenommen", erklärt Schmitt, "tatsächlich erweitert sich ihre Rolle." Um das Beispiel der Online-Kampagne des CMO aufzugreifen: die Fachabteilung weiß nicht, welche technologischen Ressourcen sie brauchen wird und wie zu verfahren ist, wenn Nutzer- oder Zugriffszahlen steigen. Die Fachabteilung weiß, wie wichtig Datenschutz ist - aber nicht, wo welche Daten liegen werden, wer diese kontrolliert und so weiter. Hier positioniert sich die IT als Business-Enabler und baut ihre Bedeutung aus. HCI kann IT-Karrieren auf allen Ebenen anschieben.

Der ökologische Fußabdruck des Unternehmens wird kleiner

3. Integration in die bestehende Infrastruktur: "Bei Schwierigkeiten mit HCI geht es selten um die Software oder die Mitarbeiter", beobachtet Dr. Nobbe, "meist geht es um das Netzwerk." Dies ist die Haupt-Ursache für Probleme in der Einführung von HCI und kann sogar zum Scheitern des Projekts führen. Logicalis hat daher gemeinsam mit dem Partner Dell EMC einen Fragenkatalog erstellt, der die HCI-Readyness von Netzwerk und Infrastruktur abklärt.

4. Die Frage der Finanzen: Im Vergleich zum traditionellen System sind die Kosten bei einer HCI geringer, weil diese schneller eingerichtet ist und sich einfacher erweitern lässt. So kann der Bezug der Lösung modular nach aktuellem Bedarf geschehen. "Wer auf drei bis fünf Jahre beschafft, kann sich aus den bisherigen Töpfen bedienen", sagt Nobbe. Bei der Wahl des Herstellers sollten Entscheider darauf achten, dass eine möglichst breite Palette von Knoten angeboten wird und diese gemischt werden können.

Die Frage der Kosten berührt ein weiteres Thema: eine HCI senkt den Bedarf an Platz, Strom und Kühlung. Das spart Geld - und verringert den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens. Ein gern gesehener Hinweis im Nachhaltigkeitsbericht. Noch ein Aspekt: Mit ihrem Security-by-Design-Ansatz kann die IT HCI - im Vergleich zu veralteten Infrastrukturen mit ihrer Unübersichtlichkeit und ihren Insel-Lösungen - effizienter absichern. Einige Hersteller ermöglichen die Aktualisierung der gesamten HCI (SW)-Infrastruktur auf Knopfdruck, so dass mit minimalem Aufwand die neuesten Sicherheits-Updates eingespielt werden. Das senkt das Risiko von Cyber-Attacken damit auch die Gefahr von Kosten durch Datenverlust, Erpressung oder Rufschädigung.

Typische Use Cases für den Umstieg auf hyperkonvergente Infrastrukturen sind die Einführung von DevOps, die Nutzung von Multi-Cloud oder die Integration von Standorten. Es ist ratsam, mit kleineren Use Cases anzufangen und dann zu skalieren. Strategisch betrachtet geht die Reise "von Capex zu Opex", also von sperrigen Kapitalkosten zu flexiblen Betriebskosten. Auch das - Kostentransparenz - trägt zur firmeninternen Aufwertung der IT bei, beobachten Dr. Nobbe und Schmitt.

Kommunikation ist entscheidend

Doch ob nun technologisch oder organisatorisch betrachtet, eines erfordert der Umstieg auf HCI immer: Kommunikation. Es ist Aufgabe des CIO, seinen Mitarbeitern ihre neuen Rollen zu vermitteln und den Stakeholdern die Vorteile für die digitale Transformation darzulegen. Wer das Thema angehen will, sollte Experten zu Rate ziehen. Bei Gesprächen mit potenziellen Beratern und Vendoren holt der CIO von Anfang an seine Server-, Storage- und Netzwerkleiter mit an den Tisch. Außerdem den Digitalisierungs-Chef und den Finanzentscheider - und die Leiter der Fachabteilungen, die die Produkte und Dienstleistungen des Unternehmens künftig digital anreichern sollen. Gerne auch den Marketing-Chef, der den berechtigten Stolz auf den gelungenen Start des neuen Online-Shops dann auch technisch versteht.

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