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Application Performance Management (APM)

Wie Sie Ihre Apps optimal steuern

Ein effizientes und produktives Arbeiten erfordert, dass Anwendungen optimal performen und stets verfügbar sind. Doch dies ist alles andere als trivial. Dazu tragen Trends wie die Nutzung von Apps aus der Cloud und dadurch immer komplexere Anwendungsumgebungen bei. Ein umfassendes Application Performance Management (APM) hilft, Anwendungen bestmöglich zu steuern.

Bereits mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen (55 Prozent) setzt einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge auf neue digitale Produkte und Services. Rund drei Viertel machen bestehende Angebote fit für das digitale Zeitalter. Damit die Digitalisierung jedoch die gewünschten Ergebnisse liefert, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein: Entscheidend ist, dass ein Unternehmen möglichst schnell neue Anwendungen oder Features "ausrollen" kann. Das gilt zum einen für Applikationen, die Kunden einsetzen - vom Online-Shop bis zum Wartungsservice für eine Werkzeugmaschine, Stichwort Predictive Maintenance. Zu berücksichtigen ist zudem Software, die intern zum Einsatz kommt, etwa Entwicklungsplattformen und Collaboration-Tools.

Ein Großteil der deutschen Unternehmen setzt auf digitale Produkte und Services. Doch das erfordert IT-Umgebungen und Anwendungen, die reibungslos funktionieren.
Ein Großteil der deutschen Unternehmen setzt auf digitale Produkte und Services. Doch das erfordert IT-Umgebungen und Anwendungen, die reibungslos funktionieren.
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Hinzu kommt, dass Anwendungen und Services in der erforderlichen Qualität bereitstehen müssen. Denn werden geschäftliche Transaktionen durch "Aussetzer" von Anwendungen beeinträchtigt, kostet das ein Unternehmen Zeit, Geld und Renommee.

Komplexität der IT-Umgebung wächst

Damit nicht genug: IT-Umgebungen und Software-Landschaften haben sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. An die Stelle "monolithischer" Anwendungsumgebungen, die das hauseigene Rechenzentrum bereitstellt, treten flexible Strukturen. Sie kombinieren unternehmensinterne IT-Ressourcen mit Cloud-Services. Immerhin zwei Drittel der deutschen Unternehmen, so der "Cloud Monitor 2019" des Beratungshauses KPMG setzen mittlerweile auf Cloud-Computing.

Das heißt, die Komplexität der Software- und Hardware-Welt im Unternehmen nimmt zu. Vor diesem Hintergrund benötigen IT-Führungskräfte und Business-Verantwortliche verlässliche Informationen darüber, wie es um die Performance, Ausfallsicherheit und Reaktionszeit von geschäftskritischen Anwendungen bestellt ist. Doch das reicht nicht aus. Unverzichtbar sind Daten darüber, wie die Bestandteile einer IT-Infrastruktur und Anwendungsumgebung zusammenspielen und wo es unter Umständen "hakt".

Monitoring-Ergebnisse in Echtzeit

Diese Aufgabe übernehmen Lösungen für das Application Performance Management (APM). Sie führen, ausgehend von der Business-Transaktion, ein Monitoring aller Komponenten und ihrer Abhängigkeiten durch. Erfasst werden Datenbanken, Anwendungen und Middleware, aber auch Netzwerksysteme und Server. Eine APM-Software muss IT-Ressourcen im Unternehmensrechenzentrum und in einer Cloud in die Analyse mit einbeziehen. Sie sollte außerdem die Ergebnisse dieses Monitorings in Echtzeit zur Verfügung stellen. Das garantiert kurze Reaktionszeiten und eine schnelle Behebung von Fehlern, und zwar bevor sich diese negativ auf Geschäftsprozesse auswirken.

Hilfe vom Spezialisten

Je komplexer eine IT-Umgebung, desto problematischer ist es jedoch, Fehlerquellen "von Hand" zu beseitigen. Daher sollten Unternehmen bei der Wahl einer APM-Lösung darauf achten, dass diese eine automatische Optimierung durchführen kann. Hilfreich ist, wenn die Lösung dabei auf Technologien wie maschinelles Lernen zurückgreifen kann. Dadurch lassen sich Fehlermuster schneller identifizieren und Problempunkte proaktiv beseitigen.

Für eine APM-Software sprechen somit viele Gründe. Damit eine solche Lösung gewünschten Nutzen bringt, ist es eine Überlegung wert, auf die Expertise eines IT-Lösungsanbieters zurückzugreifen. Ein solcher Spezialist kann in mehrfacher Hinsicht Unterstützung bieten, etwa bei

  • der Analyse der Anwendungsszenarien,

  • der Ermittlung der Metriken, mit denen sich die Leistung von Applikationen und der geschäftliche Nutzen durch eine optimierte Performance ermitteln lässt,

  • dem Erstellen einer Kosten-Nutzen-Analyse der APM-Software sowie

  • der Implementierung und Validierung der Lösung.

Vor allem Unternehmen, die noch keine Erfahrungen mit Application Performance Management sammeln konnten, können vom Fachwissen von APM-Experten profitieren.

APM in der Praxis

In welchen Bereichen eine Lösung für das Application Performance Management und das Monitoring der IT-Infrastruktur Vorteile bringen kann, zeigen zwei Praxisbeispiele.

In einem Fall fasst ein Unternehmen mehrere verteilte Oracle-Datenbanken an einem Standort zusammen. Ein unerwünschter Effekt ist, dass eine geschäftskritische Anwendung plötzlich Performance-Probleme aufweist. Die Datenbank selbst ist nicht der Grund für diese Schwierigkeiten, wie eine Analyse ergibt. Mit einer APM-Lösung wie der von App Dynamics lassen sich potenzielle Fehlerquellen aufspüren und beseitigen. Dies gilt auch für komplexe Probleme, die durch ein Zusammenspiel von Faktoren auf der Anwendungs- und Infrastrukturebene verursacht werden.

Hilfe bei Migration in die Cloud

Ein zweites Beispiel: Ein Unternehmen will einen Teil seiner Anwendungen in die Public Cloud von AWS verlagern. Doch nicht jede Applikation ist gleichermaßen "Cloud-tauglich". Eine APM-Lösung erlaubt es bereits im Vorfeld, die Anwendungen zu ermitteln, die sich für eine Migration in die Cloud eignen. Auf diese Weise kann ein Unternehmen den Aufbau einer Hybrid Cloud vorantreiben - ohne unnötige Risiken. Der Anwender kann zudem prüfen, welche Cloud-Ressourcen er überhaupt benötigt. Dies verhindert, dass er Geld für Überkapazitäten ausgibt.

Eine APM-Lösung wie App Dynamics vereinfacht die Migration von Anwendungen eine Cloud. Sie prüft beispielsweise im Vorfeld, welche Geschäftsapplikation überhaupt in eine Cloud verlagert werden kann.
Eine APM-Lösung wie App Dynamics vereinfacht die Migration von Anwendungen eine Cloud. Sie prüft beispielsweise im Vorfeld, welche Geschäftsapplikation überhaupt in eine Cloud verlagert werden kann.
Foto: App Dynamics

Eine Hilfestellung durch ein Application Performance Management bei der Cloud-Migration wird in den kommenden Monaten immer wichtiger. Nicht alleine deshalb, weil Unternehmen aus eigenen Stücken verstärkt auf die Cloud setzen. Vielmehr forcieren Anbieter wie SAP und Oracle für ihre Unternehmenssoftware einen "Cloud-First"-Ansatz. Auch aus diesem Grund ist es geboten, sich frühzeitig mit dem Thema APM zu beschäftigen.

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